2 1/2 tägige Panoramawanderung rund um den Gosaukamm

von Bernhard Em
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Ausgangspunkt dieser herrlichen Wanderung war beim Gasthaus Gosausee am Vorderen Gosausee auf 933m.ü.A. Schon hier richtete sich der Blick auf das Dachsteinmassive, welches uns über den gesamten Weg bis zur Gablonzer Hütte begleite. Vom Gasthaus aus gingen wir kurz in westlicher Richtung den See entlang zu den nicht übersehbaren Wegweisern. Der Weg mit der Nummer 620 brachte uns durch einen Wald über die Krautgartenalm zur Gablonzer Hütte auf 1522m. Nach gemütlichen 1,5h* erreichten wir, eingestimmt auf die nächsten beiden Tagen, die Hütte. Nach einem eher spartanisch zubereiteten Bergsteigeressen, Bratwürste mit Sauerkraut und Erdäpfelschmarrn, wurde unverständlicherweise bereits um 20:30h Hüttenruhe verordnet…

Nach einem reichlichen Frühstück brachen wir um 9:00h auf. Für diesen Tag wurde ursprünglich wechselhaftes Wetter mit kurzen Regenschauern vorhergesagt. Auch die tiefen Wolken die am Dachstein schon vor Sonnenaufgang hingen schauten nicht unbedingt freundlich aus. Doch so wie ich es oben bestellte wurde es zunehmen freundlicher und blieben den gesamten Weg trocken. Anfangs kurz etwas bergauf (ca. 100hm) verlief der Austriaweg Nummer 611/601A stetig bergab. Am großen Donnerkogel vorbei erreichten wir nach ca. 1,5h* wir die Stuhlalm und nach weiteren 15 Minuten die Stuhlalmhütte auf 1462m., wo wir bei einem Häferl Kaffee eine kurze Rast einlegten. Beim Blick Richtung Westen lag uns das Salzburger Land, unter anderem das Tennengebirge und der Hochkönig, zu Füßen.
Etwas bergab dann quer durch ein großes Latschenfeld und weiter über steile Serpentinen ging es hoch über den Schwarzkogelsteig 1600m Richtung Sulzkaralm. Noch vor der Sulzkaralm legten wir eine Jausenpause ein und genossen das herrliche Panorama. Während der Austriaweg vom Schwarzkogelsteig bis zur Sulzkaralm flach und teilweise bergab verlief, stieg es von der Alm an wieder leicht. Kurz vor der Hofpürglhütte 1703m, unseren heutigen Tagesziel, ging es noch einmal bergab und gleich wieder bergauf. Nach ca. 5h* reine Gehzeit und beeindruckt von der gewaltigen Aussicht erreichten wir die Hofpürglhütte.
Bereits am Abend zogen wieder Wolken auf und machten sich über dem Gosaukamm und Dachsteinmassive breit, ehe es in der Nacht dann zu regnen begann.

Doch schon am nächsten Morgen strahlte schon wieder die Sonne. Lediglich im Tal befand sich noch eine dicke Wolkendecke, die für uns ein unvergessliches Panorama bot. Auch an diesem Tag starteten wir nach einen ausgiebigen Frühstück bei Kaiserwetter um 9:00h. Am Weg 601/612 ging es zu Kesselwand 1750m bzw. zum Kessel am Fuße der Bischofsmütze. Bei der Kesselwand folgten wir den Weg 612 Richtig Steiglpaß 2012m, wo wir ursprünglich den höchsten Punkt der Tour erreichen sollten. Von der Hofpürglhütte aus sah der Weg zum Steiglpaß nicht sehr freundlich aus. Doch am Weg stellte sich dieser unproblematisch und angenehm zu gehen dar. Kürzer als auf der Wegmarkierung angeschrieben erreichten wir nach gut einer Stunde die Passhöhe. Oben angekommen genossen wir erneut die traumhafte Aussicht. Nach kurzer Überlegung entschlossen wir uns noch den Steiglkogel 2203m „mitzunehmen“. Vom Steiglpaß bis zum Einstieg zum, mit Drahtseilen versicherten, Steigelkogel brauchten wir knapp eine Stunde. Meine Begleitung bevorzugte es dort eine Rast einzulegen, während ich den Gipfel des Steiglkogels in Angriff nahm. Oben angekommen eröffnete sich ein 360° Panoramablick. Im Gipfelbuch fand ich einen Text den ich nur unterstreichen kann:

„Berge faszinieren und ziehen an. Die Bergwelt- wundersamer Ort für Abenteuer und Erlebnis, aber auch ein Raum der Freiheit, der Stille und der Einkehr in sich selbst. So werden Berge zu Orten der ganz persönliche Auseinandersetzung…“

Ein paar Minuten der Einkehr in mich selbst trat ich den Rückweg an, gabelte die Begleitung auf ehe es, vorerst Querfeld ein und dann weiter über den Steiglweg 612, wieder retour zum Ausgangspunkt unserer Tour zum Vorderen Gosausee ging. Nun hieß es 1200 Höhenmeter auf gut 10 km bergab zu latschen. Eingekesselt zwischen Gosaukamm und sämtlichen Kogeln schlängelte sich der Weg langsam bergab. Im unteren Drittel der Strecke besuchten wir noch 3min. abseits des Weges eine Gedenkstätte. Diese wurde einem 18 jährigen Mädchen gewidmet, welche 1942 nach erfolgreicher Ersteigung des Däumlings – Erstbesteigung durch eine Frau – beim Abseilen durch Ausbrechen des Haltes tödlich verunglückte.
Wieder zurück auf den Steiglweg erreichten wir die Scharwandalm auf 1360 m. Noch immer 400hm über dem Ziel und nur mehr knapp ein viertel der Strecke vor uns, wurde der Weg steiler. Da es am Vorabend regnete war es nicht unbedingt angenehm hier zu gehen. Große rutschige Steine und in weiter ein matschiger Waldboden mit nassen Wurzeln erschwerten den mühsamen Abstieg. Doch nach 5 1/2 Stunden* reine Gehzeit erreichten wir den Ausgangspunkt am Gosausee. Noch ein kurzes Fußbad im frischen See bevor wir leider wieder die Heimfahrt antraten.

Fazit: Eine grandiose Panoramwanderung rund um den Gosaukamm. Unschwer zu gehen, lediglich der Abstieg vom Steiglpaß zum Gosausee „zaht“ sich ein wenig, zumal die Aussicht ab dem mittleren Drittel, quer durch Latschen und Wald, nicht ganz so schön ist wie auf der südwestlichen Seite des Gosaukammes (entspricht meinem persönlichen Empfinden).

Impressionen der Gosaukammumrundung

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