Hohes Rad & Piz Buin – mein erster 3000er

Die Silvretta, für mich persönlich eine der schönsten Gebirgsgruppen in den österreichischen Alpen. Nicht nur zum Skifahren, auch zum Wandern, Bergsteigen, Klettern und vor allem zum Relaxen einer der Orte, der mich magisch anzieht. Auch wenn mich die Silvretta immer wieder in ihren Bann zieht, ist es doch schon einige Jahre her, dass ich das letzte mal hier war. Diesmal stand der Piz Buin (3312m.ü.A) am Programm.

Nachdem ein Jahr zuvor Bekannte 100m unter dem Gipfel zum umkehren gezwungen wurden, starteten sie heuer einen erneuten Anlauf, bei dem ich mit von der Partie war. Also starteten wir bei herrlichen Sonnenschein am Silvretta Stausee auf 2030m.ü.A. Mit wir meine ich eine lustige bunt zusammen gewürfelte Gruppe aus Vorarlberg, Wien, Steiermark, Oberösterreich und Asylschweizer (ehemalige Steirer die jetzt in Vorarlberg leben und in der Schweiz arbeiten).Wie bereits erwähnt starten wir am Silvretta Stausee. Die Autos parkten wir direkt am Fuße der Radschulter neben dem Stausee ehe es die ersten 200 hm in Serpentinen in luftige Höhen ging. Anfangs noch mit einigen Grünzeugs bewachsen wurde der Weg zunehmend alpiner und so befanden wir uns schnell zwischen Radschulter und Bieltal-Bach auf einem riesigen Geröllfeld. Dieses überwunden kamen wir zu einer Weggabelung, wo wir uns rechts Richtung Hohes Rad hielten. Bevor es die letzten 330 hm abermals in Sepentinen zum Gipfel ging setzten wir uns sicherheitsbewusst die Helme auf, auch ließen einige den Rucksack zurück. Am Hohen Rad auf 2934m.ü.A. angekommen eröffnete sich ein 360° Panorama. Im Blickfeld: Silvrettagruppe, Verwallgruppe, Samnaungruppe, Arlberg und weitere unzählige Gebirgsgruppen. Nach einer kurzen Pause stiegen wir wieder über den Aufstiegsweg zur Weggabelung ab. Der Radschulter entlang, am Radsee vorbei erreichten wir den Radsattel. Tagesausflügler haben hier die Möglichkeit über den Sommerwanderweg entlang des Ochsentales wieder zum Stausee abzusteigen. Wir jedoch folgten den Weg Richtung Süden zur Wiesbadener Hütte, die wir nach mehrmaligen auf und ab am Nachmittag erreichten. Mit einem genüsslichen Abendessen und Zusichnahme einiger Elektrolyte in Form von Hopfen und Malz rundeten wir den Tag ab, bevor wir auf die Zimmer schlafen gingen.

Am nächsten Tag hieß es früh aufstehen. Nach dem Frühstück ging es um 7.00h los. Über steiniges Gelände ging es über die Grüne Kuppe zur Gletscherzung des Ochsentaler Gletschers, wo wir die Eispickel auspackten, Helm und Steigeisen anzogen, und uns in 5er Seilschafften aufteilten. Wir überquerten den Ochsentaler Gletscher in Richtung Silvrettahorn um von dort im weitem Bogen zur Buinlücke zu gelangen. Riesige Gletscherspalten abseits des weges zogen die Blicke auf sich, wären wir jeden einzelnen Schritt genau durchdachten. Entweder durch Umgehen oder großen Schritten mußten wir auch einige kleinere Spalten direkt auf dem weg überwinden. An der Buinlücke legten wir die Steigeisen ab und brachen zum Endspurt zum Gipfel auf. Die letzten 300 hm waren unschwierig zu gehen. Lediglich an einer Stelle mußten wir ein klein wenig klettern, bzw. die Hände zu Hilfe nehmen. Abermals eröffnete sich uns am Gipfel eine gewaltige Aussicht auf die umliegenden Berge und Täler. Der hohe Andrang am Gipfel ließ uns aber nur kurz verweilen und so stiegen wir nach ein paar Fotos wieder zur Buinlücke ab. Eine Jause stärkte uns für den Abstieg. Bis zur Wiesbadener Hütte nahmen wir den selben Weg wie beim Aufstieg. Während alle bis auf zwei gleich zur Hütte gingen, stieg ich noch mit dem Wiener zum Illursprung am Gletscherfuße ab, zu verlockend war das schimmernde Gletscherblau, welches schon von weiten strahlte. Auch hier schossen wir noch einige Fotos und gingen im Anschluss ebenso auf die Wiesbadener Hütte zum Rest der Truppe.

Beeindruckt und fasziniert von der Schönheit dieser Bergtour traten wir den restlichen Weg über den Sommerwanderweg entlang des Ochsentals an.

Fazit: Eine beeindruckende, alpine und nicht allzu schwere Gletschertour, die jedoch mindestens einen erfahrenen Bergsteiger bzw. einen Bergführer sowie Kondition, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit voraussetzt.

Bilder von der Piz Buin Alpintour

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