Wieder mal den Kopf frei machen

von Bernhard Em
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Nur mehr fünf Monate bis mein großes Abenteuer startet. Im April 2016 geht es ja mit dem Velo auf Reise. Die letzten Monate haben sich fast ausschließlich darum gedreht all meinen Ballast los zu werden, viel gelesen und recherchiert. Irgendwie schaut überhaupt kein Ende raus und so hab ich mittlerweile das Gefühl, dass die Zeit bis zum Start ziemlich knapp werden könnte. Mir fehlen noch etliche Informationen zu den ganzen Einreisebestimmungen, noch dazu bin ich mir über die Route noch gar nicht im Klaren. Erst mal sicherheitshalber eine große Runde in Europa drehen, oder doch gleich Richtung Osten navigieren? Ehrlich gesagt, ich weiß es nicht. Seit ein paar Wochen sind auch noch „Forschungsarbeiten“ im Bezug auf benötigtes und sinnvolles Equipment hinzugekommen. Bei den ganzen Überlegungen, recherchieren und organisieren habe ich auf eines völlig vergessen. Auf mich!

Sich mal zur Seite nehmen und die Arbeit ruhen lassen

Mittlerweile dreht sich alles nur mehr ums Leben als 100%iger Radnomade. Der zeitliche Aufwand ist beinahe zu einem zweiten Job geworden. Auch wenn das alles was man macht für seinen großen Traum ist, laugt es einem (mich zumindest) ganz schön aus. Aus diesem Grund fahre ich zwischen zeitig mal wieder in die Berge um ein wenig abzuschalten, so wie auch vergangenes Wochenende. Mit Schlafsack, Zelt und Gaskocher im Rucksack startete ich von Weißenbach am Attersee auf die Brennerin. Perfektes Bergwetter machten die Tour zu einem Augenschmaus. Die Sonne ließ die Blätter in den schönsten Herbstfarben leuchten, leichter Dunst verleihte der Landschaft zeitweilig eine mystische Stimmung. Der nahezu grenzenlose Horizont lädt ein die Seele baumeln zu lassen und den Kopf frei zu machen.

Materialcheck

Und doch immer wieder meinen großen Traum von der Radreise im Kopf nutzte ich die Gelegenheit einen kleinen Materialcheck durch zu führen. Das neue 1-Mann-Zelt von Exped und meine neue Kamera wurden ausgiebig getestet. Auch eine IPhone App für offline Karten kam unter den Prüfstand. Die gewonnen Erkenntnisse werde ich in einem eigenen Beitrag zusammen fassen.

Doch jetzt erst mal ein paar Impressionen der Wanderung und Nächtigung im Höllengebirge:

Routenbeschreibung

Weißenbach (478 m.ü.A) – Großer Schoberstein (1037 m.ü.A.)

Ausgangspunkt ist Weißenbach am Attersee. Unmittelbar nach der Abzweigung Richtung Bad Ischl bietet sich eine Parkmöglichkeit. Von dort führt der gut beschilderte Weg über den Nikoloweg durch den Wald am Fuße des Höllengebirges. Unmittelbar nach der Nikolokapelle zweigt der Pfad rechts ab. In weiten Serpentinen geht´s durch den steilen Waldhang, immer wieder an einladenden Rastplätzen vorbei, zum Kamm hinauf. Beim obersten Rastplatz unterhalb der Gipfelscharte bietet sich ein Abstecher auf den Kleinen Schoberstein (1000 m.ü.A.) an. VORSICHT! Nur für Geübte, Trittsichere und Schwindelfreie!!! Der Hauptweg verläuft an über der Südseite des Großen Schobersteins durch eine Schutthalde und eine nicht sehr schwierige, dennoch stahlseilgesicherte, Felsstufe zum Grat hinauf. Scharf links gelangt man zum, auf 1037 Meter hohen Gipfel. Bis hierher ist ein Höhenunterschied von 570 Höhenmeter zu überwältigen und mit einer Gehzeit von 1,5h zu rechnen. Bereits hier wird man für die Mühen, mit einen grandiosen Ausblick auf den Attersee, über den Mondsee weiter bis zum Schafberg und zur Drachenwand, ausgiebig belohnt.

Großer Schoberstein (1037 m.ü.A) – Mahdlgupf (1261 m.ü.A) – Brennerin (1602 m.ü.A)

Beim Großen Schoberstein beginnt die Mahdlschneid. Der Weg führt stetig bergauf über Serpentinen durch den Buchenwald. Immer wieder gelangt man auf den schütter mit Bäumen besetzten Grat wo sich einem ein Blick auf den unterhalb liegenden Attersee eröffnet. Nach 45 min. erreicht man den Mahdlgupf, ein kleiner Gipfel direkt auf dem Grat, wohin auch eine Variante über einen Klettersteig führt. Von hier aus sind es weitere 45 min über den Dachsteinblick (1559 m.ü.A) zur Brennerin. Vom Dachsteinblick geht es durch Latschengassen (Legföhren) zu einer Abzweigung, von der man links zum Gipfelkreuz der Brennerin ansteigt.

Namensgebung „Brennerin“

Die Hochfläche am Westrand des Höllengebirges wurde einst für Weidezwecke „abgebrannt“.

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